Holzfassaden gehören für mich zu den schönsten Möglichkeiten, einem Gebäude Charakter zu geben.
Dabei mag ich Holz gerade dann, wenn es auch noch nach Holz aussieht.
Sägeraue Oberflächen, unterschiedliche Breiten oder eine natürliche Vergrauung können einem Gebäude eine sehr ruhige und hochwertige Wirkung geben.
Holz verändert sich
Das muss einem allerdings bewusst sein.
Eine unbehandelte Holzfassade bleibt nicht so, wie sie am ersten Tag aussieht. Sonne, Regen und Bewitterung verändern die Oberfläche.
Das Holz wird grau – und das ist erst einmal völlig normal.
Je nach Ausrichtung des Gebäudes geschieht das allerdings unterschiedlich schnell. Geschützte Bereiche bleiben länger dunkel, stärker bewitterte Flächen werden schneller grau.
Wer von Anfang an ein gleichmäßigeres Bild möchte, kann deshalb mit vorvergrauten oder entsprechenden beschichteten Oberflächen arbeiten.

Die Konstruktion ist wichtiger als die Farbe
Bei einer Holzfassade interessiert mich aber nicht nur, wie sie aussieht.
Viel wichtiger ist, wie sie gebaut ist.
Wasser muss ablaufen können. Das Holz muss hinterlüftet sein. An Sockeln, Fenstern und Dachrändern brauchen wir vernünftige Details.
Wenn das stimmt, darf eine Holzfassade auch einmal nass werden. Sie muss nur anschließend wieder trocknen können.
Genau das ist konstruktiver Holzschutz.

Holzfassade heißt nicht Landhaus
Eine Holzfassade kann sehr traditionell aussehen, aber genauso gut zu moderner Architektur passen.
Vertikal, horizontal, offen, geschlossen, naturbelassen oder beschichtet – da gibt es viele Möglichkeiten.
Gerade bei Sanierungen kann eine neue Holzfassade ein Gebäude auch komplett verändern.
Für mich ist wichtig, dass das Ganze am Ende ruhig wirkt und die Details nicht unnötig kompliziert werden.
Holz darf altern. Holz darf sich verändern. Wenn es richtig konstruiert ist, gehört genau das dazu.



